Freitag, 04. September 2015, 13:30 bis 16:00 Uhr

IFA-Messegelände, Halle 6.3 / Pressezentrum

Die Digitalisierung der Terrestrik geht in Deutschland in die nächste Runde und davon berührt ist unmittelbar auch die Breitbandinfrastruktur. So nutzen unsere Zuschauerinnen und Zuschauer – vor allem die Jüngeren – Medienangebote vermehrt per internetbasierter Übertragungstechnik. Das damit verbundene, ständig wachsende Datenaufkommen besonders bei der Videoübertragung stellt erhöhte Herausforderungen an die Breitbandinfrastruktur. Die Bundesregierung hat dazu eine Initiative gestartet, die u. a. zum Ziel hat, die Breitbandversorgung Deutschlands auf ein neues Qualitätsniveau zu heben.

Aber auch bei der Terrestrik selbst gibt es neue Herausforderungen: Die letzten Tage des ersten digital-terrestrischen Übertragungssystems DVB-T sind gezählt, dann wird es über DVB-T2 hochaufgelöste Bilder mit dem derzeit leistungsfähigsten Videocodierstandard HEVC zu sehen geben. Auch das Digitalradio befindet sich mit dem weiterentwickelten DAB+ Standard auf gutem Weg, der letzten relevanten, noch analogen Verbreitungstechnologie perspektivisch ein Ende zu setzen.

Unsere diesjährige Veranstaltung hatten wir unter den übergreifenden Titel „Rundfunkversorgung – Breitbandversorgung: Konfrontation, Konkurrenz oder Koexistenz?“ gestellt. Wir sind der Auffassung, dass es im Kern hier wie dort um verwandte Aspekte der Daseinsvorsorge, der Erwartung an eine Grundversorgung und die Frage jeweils adäquater Versorgungstechnologien geht. Was lag also näher, als die unterschiedlichen Ausgangspositionen und Interessen der an diesem Prozess Beteiligten einmal daraufhin zu prüfen, ob es Gemeinsamkeiten, Gegensätzliches, ja Konfliktträchtiges zwischen Rundfunkversorgung und Breitbandversorgung gibt und darüber zu diskutieren, wie sich dies in Zukunft entwickeln könnte.

Nach Begrüßung des PTKO-Vorsitzenden Dr. Michael Rombach hielt Prof. Dr. Karola Wille, Intendantin des MDR und zugleich Vorsitzende des ARD/ZDF-Digitalausschusses sowie designierte ARD-Vorsitzende ab 2016, die einführende Keynote. Sie setzte wichtige Impulse für die nachfolgenden Diskussionsrunden, in denen die geladenen Podiumsgäste ihre jeweiligen Sichtweisen hierzu beitrugen.

In der ersten Runde nahmen Dr. Andreas Bereczky, Produktionsdirektor des ZDF, Dr. Michael Kühn, Vorsitzender der juristischen Kommission und Justitiar des NDR zusammen mit Heinz-Peter Labonte, Vorsitzender des Fachverbands für Rundfunk- und Kabelanlagen (FRK) Stellung. Dieses erste Diskussionspanel moderierte Sabine Dahl vom rbb Inforadio, die als renommierte Journalistin über ein breites Wissensspektrum auch in Fragen der Digitalisierung der Medien verfügt.

Im zweiten Panel haben wir uns beim Thema „Grundversorgung mit DVB-T2 und DAB+“ konkreter und unter ganz praktischen Gesichtspunkten mit den Konsequenzen für die Rundfunkversorgung befasst. Der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Media Broadcast, Wolfgang Breuer und der Geschäftsführer des VPRT, Claus Grewenig diskutierten gemeinsam mit Dr. Hans Hege, Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg und Dr. Michael Rombach, Vorsitzender der PTKO und Produktionsdirektor des NDR die jeweiligen Aspekte und verschiedenen Fragestellungen.

Die Moderation übernahm Gerald Meyer vom rbb Fernsehen, der als Fachjournalist über eine langjährige, profunde Kenntnis auf dem Gebiet der digitalen Wirtschaft und Mediennutzung verfügt.